Magnesium im Trinkwasser: Bedeutung, Messung und Einfluss der Filtration

Eine Frau füllt frisches Leitungswasser aus der Küchenarmatur in eine Glaskanne, Trinkwasser mit natürlichem Magnesiumgehalt.

Steven steven |

Hartes Leitungswasser gilt schnell als magnesiumreich. Weiches oder gefiltertes Wasser wird dagegen oft als mineralstoffarm und deshalb gesundheitlich problematisch angesehen. Beide Schlussfolgerungen greifen zu kurz. Wasserhärte, Magnesiumgehalt, Ernährungsbeitrag und Filterwirkung sind unterschiedliche Fragen. Entscheidend sind der konkrete Messwert in mg/l, die tägliche Trinkmenge, das eingesetzte Aufbereitungsverfahren und die gesamte Ernährung.

Verbreitete Annahmen im Schnellcheck

Wie Magnesium im Wasser richtig einzuordnen ist

Magnesium ist ein lebensnotwendiger Mineralstoff und kommt in regional unterschiedlichen Mengen im Leitungswasser vor. Gemeinsam mit Calcium trägt es zur Wasserhärte bei. Daraus folgt jedoch nicht, dass jedes harte Wasser besonders viel Magnesium enthält.

Auch die Bedeutung für die Ernährung wird häufig überschätzt. Magnesium aus Wasser kann zur täglichen Zufuhr beitragen, ersetzt bei üblichen Leitungswasserwerten aber keine ausgewogene Ernährung. Eine einfache Grundregel stimmt dennoch: Je höher der Magnesiumgehalt und je größer die getrunkene Wassermenge, desto mehr Magnesium wird aufgenommen.

Diese Intuition versagt, sobald aus dem Härtebereich ein konkreter Magnesiumwert abgeleitet wird. Verlässlich beantworten lässt sich die Frage nur mit einer regionalen Wasseranalyse oder einer Messung des tatsächlich verwendeten Wassers.

Verbreitete Annahme

Zutreffendere Einordnung

Magnesium hat einen gesetzlichen Schadstoffgrenzwert.

Die aktuelle deutsche Trinkwasserverordnung nennt keinen eigenen Grenzwert für Magnesium.

Hartes Wasser enthält automatisch sehr viel Magnesium.

Die Härte wird gemeinsam von Calcium und Magnesium bestimmt.

Leitungswasser deckt einen großen Teil des Tagesbedarfs.

Meist liefert es einen ergänzenden Beitrag; entscheidend sind mg/l und Trinkmenge.

Jeder Wasserfilter entfernt Magnesium.

Die Wirkung hängt vom Filterverfahren ab.

Sehr mineralarmes Wasser ist automatisch gesundheitsschädlich.

Bei ausgewogener Ernährung sind laut BfR keine gesundheitlichen Nachteile nachgewiesen; die Datenlage erlaubt aber keine abschließende Risikobewertung.

Warum die Wasserhärte täuschen kann

Die Wasserhärte beschreibt vor allem den Gehalt an gelösten Calcium- und Magnesiumionen. Beide Mineralstoffe sind sogenannte Härtebildner. Ein hoher Härtegrad zeigt deshalb lediglich, dass insgesamt vergleichsweise viele dieser Ionen vorhanden sind. Er verrät nicht, wie sich die Härte auf Calcium und Magnesium verteilt.

Zwei Wasserproben können im gleichen Härtebereich liegen und dennoch unterschiedliche Magnesiumwerte haben. Bei der einen Probe kann Calcium den größten Teil der Härte verursachen, bei der anderen ist der Magnesiumanteil höher. Wer wissen möchte, wie viel Magnesium im Trinkwasser steckt, braucht daher den Einzelwert in mg/l.

Härtebereiche sind vor allem im Haushalt praktisch. Sie beeinflussen beispielsweise:

  • Kalkablagerungen an Armaturen und in Geräten,
  • die Dosierung von Wasch- und Reinigungsmitteln,
  • den Geschmack von Kaffee und Tee,
  • den technischen Aufwand für den Geräteschutz.

Diese Folgen dürfen nicht mit gesundheitlichen Auswirkungen gleichgesetzt werden. Kalkflecken auf einem Wasserkocher belegen keine problematisch hohe Magnesiumzufuhr. Ebenso bedeutet weiches Wasser nicht automatisch, dass die Ernährung zu wenig Magnesium liefert.

Der Härtegrad ist somit ein brauchbarer technischer Orientierungswert. Für die ernährungsphysiologische Bewertung ist dagegen die Magnesiumkonzentration maßgeblich.

Ist Wasser eine wichtige Magnesiumquelle?

Magnesium aus Trinkwasser ist grundsätzlich für den Körper verfügbar. Wie groß der Beitrag zur täglichen Versorgung ist, hängt jedoch von der Konzentration und der getrunkenen Menge ab.

Eine Pilotstudie der Leibniz Universität Hannover kam zu dem Ergebnis, dass Trinkwasser meistens nur einen geringen Beitrag zur Mineralstoffversorgung leistet. Nennenswerte Magnesiumgehalte fanden sich vor allem bei sehr hohen Härtegraden. Auch das bestätigt: „Hart“ allein reicht als Information nicht aus.

Als grobe Orientierung wird für Erwachsene häufig eine tägliche Magnesiumzufuhr in einer Größenordnung von etwa 300 bis 350 mg genannt. Wie viel davon aus Wasser stammt, lässt sich einfach berechnen. Ein Leitungswasser mit 10 mg/l liefert bei 2 Litern Trinkmenge 20 mg Magnesium. Das ist ein messbarer, aber begrenzter Zusatzbeitrag.

Die maßgeblichen Magnesiumquellen bleiben bei einer ausgewogenen Ernährung normalerweise Lebensmittel wie:

  • Vollkornprodukte,
  • Hülsenfrüchte,
  • Nüsse und Samen,
  • grünes Gemüse.

Wasser muss deshalb weder als bedeutungslos noch als Hauptquelle betrachtet werden. Bei einem höheren Messwert und regelmäßigem Konsum kann es einen spürbaren Anteil liefern. Bei niedrigen Konzentrationen bleibt sein Beitrag entsprechend klein.

Wo einfache Regeln scheitern

Welche Grenzen gelten tatsächlich?

In der aktuellen deutschen Trinkwasserverordnung gibt es keinen eigenen gesundheitlichen Grenzwert für Magnesium. In Anlage 2 sind für verschiedene chemische Parameter konkrete Grenzwerte aufgeführt, beispielsweise für Nitrat oder Blei. Magnesium gehört nicht zu diesen Parametern.

Das bedeutet zunächst, dass Magnesium im deutschen Trinkwasserrecht nicht wie ein Schadstoff mit einer festgelegten Höchstkonzentration behandelt wird. Daraus lässt sich aber nicht ableiten, dass jede theoretisch denkbare Konzentration oder Aufnahmemenge unter allen Umständen ohne praktische Wirkung bleibt.

Bei sehr hoher Magnesiumaufnahme können beispielsweise Verdauungsbeschwerden auftreten. Ob und wann das geschieht, hängt unter anderem von folgenden Faktoren ab:

  • der insgesamt aufgenommenen Dosis,
  • der jeweiligen Magnesiumverbindung,
  • der Trinkmenge,
  • Nahrungsergänzungsmitteln oder Arzneimitteln,
  • der individuellen Empfindlichkeit.

Eine pauschale Konzentrationsschwelle für eine abführende Wirkung wäre daher irreführend. Ein Wert in mg/l sagt außerdem noch nicht, wie viel Magnesium eine Person tatsächlich am Tag aufnimmt.

Besondere gesundheitliche Situationen, etwa eine eingeschränkte Nierenfunktion oder die Einnahme magnesiumhaltiger Präparate, lassen sich nicht allein anhand der Wasseranalyse beurteilen. Allgemeine Angaben zum Trinkwasser ersetzen hier keine individuelle medizinische Einschätzung.

Was sagen Gesundheitsstudien wirklich?

Bei der gesundheitlichen Bedeutung von Magnesium im Wasser stehen sich häufig zwei übertriebene Aussagen gegenüber: Entweder sei der Mineralstoff im Wasser völlig bedeutungslos oder er schütze unmittelbar vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Die Forschung unterstützt keine dieser pauschalen Positionen.

Beobachtungsstudien haben Zusammenhänge zwischen Wasserhärte, Magnesiumgehalt und bestimmten Erkrankungen untersucht. Solche Studien können statistische Beziehungen zeigen. Sie beweisen jedoch nicht automatisch, dass Magnesium im Wasser die direkte Ursache für einen beobachteten Effekt ist.

Die Ergebnisse können durch zahlreiche Faktoren beeinflusst werden, darunter:

  • die gesamte Ernährung,
  • Alter und Geschlecht,
  • bestehende Erkrankungen,
  • soziale und regionale Unterschiede,
  • weitere Inhaltsstoffe des Wassers,
  • langfristige Lebensgewohnheiten.

Magnesium aus Wasser kann einen zusätzlichen Beitrag zur Versorgung leisten. Ein alleiniger Schutz vor bestimmten Erkrankungen ist damit aber nicht belegt.

Auch sehr niedrig mineralisiertes Wasser wird uneinheitlich bewertet. Das Bundesinstitut für Risikobewertung hat sehr niedrig mineralisiertes Mineral-, Quell- und Tafelwasser untersucht. Nach aktuellem Kenntnisstand sind bei ausgewogener Ernährung keine gesundheitlichen Nachteile nachgewiesen. Zugleich hält das BfR die vorhandenen Daten für unzureichend, um das mögliche Risiko abschließend zu beurteilen.

Diese Bewertung betrifft den untersuchten Bereich abgefüllter Wässer. Sie lässt sich nicht ohne Weiteres auf jede häusliche Wasseraufbereitung und jede individuelle Ernährung übertragen. Sie zeigt aber, warum die Gleichung „wenig Mineralien im Wasser = gesundheitsschädlich“ wissenschaftlich zu einfach ist.

Woran sind unbelegte Wasserbehandlungen erkennbar?

Der Ausdruck „Magnesiumwasser“ wird gelegentlich mit Begriffen wie „aktiviert“, „energetisiert“ oder „magnetisiert“ verbunden. Für die sachliche Bewertung ist jedoch entscheidend, ob sich die chemische Zusammensetzung tatsächlich verändert.

Eine Behandlung ohne Stoffzugabe kann den Magnesiumgehalt nicht einfach erhöhen. Damit mehr Magnesium in mg/l vorhanden ist, muss Magnesium in das Wasser gelangen oder Wasser entfernt werden, während Magnesium zurückbleibt. Umgekehrt sinkt die Konzentration nur, wenn Magnesium abgeschieden, ausgetauscht oder durch ein Trennverfahren zurückgehalten wird.

Behauptungen über eine besondere „Aktivierung“ vorhandener Mineralstoffe sind von einer messbaren Konzentrationsänderung zu unterscheiden. Für eine belastbare Aussage wären chemische Analysen und bei Gesundheitsversprechen zusätzlich geeignete klinische Nachweise erforderlich.

Praktisch lässt sich „Magnesiumwasser“ daher auf drei überprüfbare Fragen zurückführen:

  1. Wie hoch ist der Magnesiumgehalt in mg/l?
  2. Wie viele Liter werden täglich getrunken?
  3. Welches Aufbereitungsverfahren wird tatsächlich eingesetzt?

Begriffe ohne Messwert und ohne nachvollziehbares Verfahren sagen wenig über die Magnesiumaufnahme aus.

Entscheidende Unterschiede sauber trennen

Welche Regelung sagt was aus?

Trinkwasserrecht, Lebensmittelkennzeichnung und technische Wasserwerte erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Werden diese Bereiche vermischt, entstehen scheinbare Widersprüche.

Regelungsbereich

Aussage

Gilt nicht für

Deutsche Trinkwasserverordnung

Enthält keinen eigenen Grenzwert für Magnesium.

Eine pauschale Bewertung jeder denkbaren Gesamtaufnahme

Mineral- und Tafelwasser-Verordnung

Die Angabe „magnesiumhaltig“ ist bei natürlichem Mineralwasser mit mehr als 50 mg Magnesium je Liter zulässig.

Eine allgemeine Einstufung von Leitungswasser

Technische Wasserparameter

Härte und weitere wasserchemische Werte helfen bei der Beurteilung von Kalkbildung, Korrosion und Werkstoffverträglichkeit.

Eine direkte Bewertung der persönlichen Mineralstoffversorgung

Die Kennzeichnung „magnesiumhaltig“ ist somit ein lebensmittelrechtlich definierter Begriff für natürliches Mineralwasser. Sie bedeutet nicht einfach, dass irgendeine messbare Menge Magnesium enthalten ist.

Diese Kennzeichnung darf nach der Mineral- und Tafelwasser-Verordnung bei mehr als 50 mg Magnesium je Liter verwendet werden. Der Begriff lässt sich nicht automatisch auf Leitungswasser übertragen. Auch hartes Leitungswasser ist nicht allein wegen seines Härtegrads „magnesiumhaltig“ im Sinne dieser Kennzeichnungsregel.

Technische Parameter verfolgen wiederum einen anderen Zweck. Sie können Hinweise auf Kalkablagerungen oder die Wechselwirkung des Wassers mit Leitungswerkstoffen geben. Daraus folgt keine direkte Aussage über den Magnesiumbedarf eines Menschen.

Wie wird die Tagesmenge berechnet?

Die aufgenommene Magnesiummenge aus Wasser ergibt sich aus einer einfachen Formel:

Magnesiumaufnahme aus Wasser in mg = Magnesiumgehalt in mg/l × Trinkmenge in l

Drei neutrale Beispiele zeigen die Größenordnung:

Magnesiumgehalt

Trinkmenge

Magnesium aus Wasser

10 mg/l

2 Liter

20 mg

20 mg/l

2 Liter

40 mg

50 mg/l

1,5 Liter

75 mg

Verglichen mit einer groben Orientierung von etwa 300 bis 350 mg pro Tag liefern die ersten beiden Beispiele einen begrenzten Zusatzbeitrag. Im dritten Beispiel ist der Anteil deutlich größer, deckt den Tagesbedarf aber ebenfalls nicht vollständig.

Die tatsächliche Trinkmenge kann von Tag zu Tag schwanken. Außerdem ist nicht jedes getrunkene Getränk mit dem örtlichen Leitungswasser zubereitet. Für eine realistische Einschätzung sollte deshalb nicht die gesamte Flüssigkeitsaufnahme automatisch als Leitungswassermenge angesetzt werden.

Auch Kochen und die Zubereitung von Getränken können zur Aufnahme beitragen. Für eine einfache Alltagsschätzung reicht es meist, den Magnesiumwert mit der ungefähr konsumierten Menge des betreffenden Wassers zu multiplizieren.

Was verändert eine Filtration?

Nicht jeder Filter wirkt auf gelöste Magnesiumionen. Die Bezeichnung „gefiltert“ sagt daher noch nichts über den Mineralstoffgehalt aus.

Partikel- und Aktivkohlefiltration: Solche Verfahren zielen üblicherweise nicht auf gelöste Magnesiumionen. Ist das Gerät allerdings mit weiteren Filterstufen kombiniert, kann die Wirkung anders ausfallen.

Enthärtung durch Ionenaustausch: Bei einer klassischen Enthärtung werden Calcium- und Magnesiumionen gegen andere Ionen ausgetauscht. Dadurch sinkt der Gehalt der Härtebildner im behandelten Wasser. Wie stark, hängt von der Einstellung und dem jeweiligen Verfahren ab.

Umkehrosmose: Eine Umkehrosmosemembran hält einen großen Teil gelöster Salze zurück. Dazu gehören grundsätzlich auch Magnesiumverbindungen. Das erzeugte Wasser enthält deshalb normalerweise weniger Magnesium als das Zulaufwasser. Die genaue Restkonzentration ist jedoch vom System, von der Membran, den Betriebsbedingungen und der Ausgangswasserqualität abhängig. Aus dem allgemeinen Funktionsprinzip lässt sich keine garantierte Reduktionsrate für ein einzelnes Gerät ableiten.

Nachgeschaltete Mineralisierung: Nach einer Umkehrosmose kann Wasser wieder mit Mineralstoffen angereichert werden. Wie viel Magnesium dabei tatsächlich enthalten ist, hängt von der Zusammensetzung der Mineralisierungsstufe und den Betriebsbedingungen ab. Der allgemeine Aufbau solcher Osmoseanlagen mit Mineralisierung ist deshalb von einem nachgewiesenen Magnesiumwert am Auslauf zu unterscheiden.

Ob eine Filtration Magnesium entfernt, beantwortet also nicht der Begriff „Wasserfilter“, sondern das konkrete Trenn- oder Austauschverfahren.

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Hinweis: Die tatsächliche Veränderung des Magnesiumgehalts hängt vom konkreten System, der Ausgangswasserqualität und den Betriebsbedingungen ab. Maßgeblich sind die jeweiligen Produktdaten und Messwerte.

Wie lässt sich der eigene Wert feststellen?

Die örtlichen Wasserversorger veröffentlichen regelmäßig Analysedaten für ihre Versorgungsgebiete. Dort ist Magnesium häufig als Einzelwert in mg/l aufgeführt. Dieser Wert ist aussagekräftiger als der Härtebereich.

Allerdings beschreibt die Versorgeranalyse das bereitgestellte Wasser für ein bestimmtes Versorgungsgebiet und einen bestimmten Untersuchungszeitpunkt. Sie ist keine Garantie dafür, dass jeder einzelne Messwert dauerhaft unverändert bleibt.

Wird das Wasser im Gebäude enthärtet, per Umkehrosmose behandelt oder anschließend mineralisiert, kann der Wert am Wasserhahn von der Versorgeranalyse abweichen. Für die tatsächlich konsumierte Konzentration ist dann eine Untersuchung nach der Aufbereitung aussagekräftiger.

Ein Leitfähigkeits- oder Summenwert für gelöste Stoffe ersetzt dabei keine Magnesiumanalyse. Er zeigt nicht, welcher Anteil der gelösten Stoffe aus Magnesium besteht. Gesucht werden sollte ausdrücklich nach dem Parameter Magnesium in mg/l.

Fachkraft in Schutzkleidung entnimmt eine Wasserprobe zur Laboruntersuchung und Bestimmung des Magnesiumgehalts im Trinkwasser.

Häufige Fragen

Wie viel Magnesium ist im Trinkwasser?

Das lässt sich für Deutschland nicht pauschal beantworten, weil der Gehalt von der regionalen Geologie und der Wassergewinnung abhängt. Maßgeblich ist der Einzelwert in mg/l, nicht nur der angegebene Härtebereich. Den Wert finden Sie häufig in der veröffentlichten Wasseranalyse Ihres Versorgers. Wird das Wasser im Haus enthärtet oder gefiltert, kann die Konzentration am Wasserhahn davon abweichen.

Entfernt Umkehrosmose Magnesium?

Umkehrosmose reduziert grundsätzlich gelöste Salze und damit auch Magnesium. Das bedeutet jedoch nicht automatisch eine vollständige Entfernung. Wie viel Magnesium im aufbereiteten Wasser verbleibt, hängt unter anderem von der Membran, dem Ausgangswasser und den Betriebsbedingungen ab. Eine nachgeschaltete Mineralisierungsstufe kann dem Wasser anschließend wieder Mineralstoffe zuführen.

Ist Magnesium dasselbe wie Wasserhärte?

Nein. Magnesium trägt zur Wasserhärte bei, ist aber nicht mit ihr identisch. Die Gesamthärte entsteht hauptsächlich durch Calcium- und Magnesiumionen. Ein bestimmter Härtegrad kann daher bei unterschiedlichen Anteilen beider Mineralstoffe auftreten. Für die Berechnung der Magnesiumaufnahme benötigen Sie den separaten Magnesiumwert in mg/l.

Ist sehr mineralarmes Wasser gesundheitsschädlich?

Eine pauschale Antwort ist nicht möglich. Das BfR sieht bei ausgewogener Ernährung nach aktuellem Kenntnisstand keine nachgewiesenen gesundheitlichen Nachteile durch sehr niedrig mineralisiertes Mineral-, Quell- oder Tafelwasser. Gleichzeitig reicht die Studienlage nach Einschätzung des Instituts nicht für eine abschließende Risikobewertung aus. Besondere Erkrankungen erfordern eine individuelle medizinische Betrachtung.

Quellen

https://www.gesetze-im-internet.de/trinkwv_2023/BJNR09F0B0023.html

https://www.gesetze-im-internet.de/trinkwv_2023/anlage_2.html

https://www.gesetze-im-internet.de/min_tafelwv/BJNR010360984.html

https://www.bfr.bund.de/cm/343/sehr-niedrig-mineralisiertes-mineralwasser-gesundheitlich-bewertet.pdf

https://www.foh.uni-hannover.de/institut/aktuelles/detailansicht/news/auswertung-der-pilotstudie-trinkwasser-liefert-kaum-mineralstoffe

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